Bilder Siptenfelde

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Das alte Siptenfelde

Der Name Siptenfelde ist einer der ältesten im Harz.

Bereits am 13.September 936 wird Sipponveldon als königlicher Jagdhof in einer Schenkungsurkunde von König Otto I. erwähnt. Am 13. Juli 940 und am 21. Juli 946 erscheint der Jagdhof Sippenvelde und Sippinnelde als Ausstellungsort für Urkunden König Ottos des I. Wichtig aber ist eine Urkunde vom 15.Juli 961, in der König Otto I. seiner Mutter, der Königinwitwe Mathilde, den Königshof Quitilinga (Später Quedlinburg) und neben anderen Harzsiedlungen auch Sippanvelth (Siptenfelde) schenkt.

Die erste Ansiedlung war ohne Zweifel dieser königliche Jagdhof, welcher bis hin zu dem Jahr 966 erwähnt wird, und nicht das damalige Dorf. Die Urkunde von 961 deutet darauf hin das Sipponveldon von Quedlinburg aus gegründet wurde. Wahrscheinlich im 9. Jh. durch König Heinrichs Vorfahren, den Liudolfingern. Die damalige Lage ist heute unbekannt. Vielleicht aber gibt der Name Brachmannsberg einen Fingerzeig zur Lage des Jagdhofes der Ottonen.

Es ist aber auch möglich das die Jagdpfalz der Ottonen auf dem nahe gelegenen Kronsberg eingerichtet war. Während der königliche Jagdhof bald aus der Geschichte verschwand, bestand das gleichnamige Dorf an seiner ehemaligen Stätte noch Jahrhunderte fort.

Das untergegangene Dorf Siptenfelde muss ziemlich groß gewesen sein. Über viele Jahrhunderte zahlte das Dorf dem Archidiakon des Harzbannes in Halberstadt jährlich seinen Schilling. Das alte “Saal- und Amtsbuch des -Fürstlichen Anhaltischen Hauses - und Amtes Hetzkerode (Harzgerode)” vom Jahre 1608 sagt über die alte Dorfstätte folgendes: “Siptenfeld. Dies ist eine alte Dorfstedte, allda im Grunde am Bach die Uhlenbach genannt noch ein alter zerfallener Kirchturm zu sehen, muß ein ziemlich groß Dorf gewesen sein, wie der Augenschein gibt ...”
Ein Beleg aus dem Jahre 1508 berichtet über Schriftverkehr, den Graf Botho von Stolberg-Wernigerode mit Hans von Röder und Baltasar vom Harz führte, über einen eingefangenen Totschläger und die Zuständigkeit eines Siptenfelders Gerichtes. Eine letzte Erwähnung fand “Czipanfelde” im Jahre 1526, als es dem Archidiakon den jährlichen Schilling zahlte.

Während des deutschen Bauernkrieges 1524-1526 fanden Erhebungen der ländlichen, feudal abhängigen Bevölkerung, besonders aber auch der “Stadtarmut” Harzgerodes in unserem Raum statt. Die “Stadtarmut” soll von Bauern der Nachbardörfer Harzgerodes angestiftet worden sein, im Frühjahr 1525 gemeinsam mit den Leibeigenen das Kloster Hagenrode im Selketal zu plündern und zu brandschatzen, was dann auch geschah.

Im Verlauf von Strafaktionen der Landesherren, z.B. des Grafen Botho von Stolberg, kann durchaus ein so kleines Dorf wie Siptenfelde wüst geworden sein. Bemerkenswert ist, dass die Siptenfelder Flur auch in der Zeit als das Dorf wüst geworden war, ständig bearbeitet worden sein soll. Ein Hinweis dafür, das die Einwohner in der Nähe (Harzgerode?) ein Unterkommen gefunden haben könnten.


Das heutige Siptenfelde

Erst einige Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die heutige Siedlung Siptenfelde gegründet ... Etwa 20 Minuten westlich der alten Stätte hat man 1663 “das Neudorf im Siptenfelde” zu bauen angefangen.

Seine Entstehung verdankt es vor allen Fürst Friedrich von Anhalt-Bernburg (1613-1670). Dieser gründete aus seinen geerbten Ländereien, die im Wesentlichen aus den Ämtern Harzgerode und Güntersberge bestanden und die Flur Siptenfelde einschlossen, 1630 das selbstständige Fürstentum Anhalt-Bernburg-Harzgerode. Selbiges erlosch aber bereits 1709 wieder, da Friedrichs Sohn, Wilhelm, ohne Nachkommen verstarb. Das Fürstentum fiel darauf an Anhalt zurück ...

Fürst Friedrich und sein Sohn Wilhelm gaben reichlich Mittel um aus dem Krieg zerstörte Ortschaften wieder aufzubauen und neue Ansiedlungen zu errichten. So auch für das neue Siptenfelde. Ein Kirchenbuch wurde sofort nach der Besiedlung angelegt und bis zum heutigen Tage lückenlos geführt. Die erste Eintragung, datiert vom 2. März 1664, betrifft die Geburt der Tochter Hansen Körners, des ersten Schulzen der neuen Gemeinde. August Körner, Dorfschulze bis 1933, ist ein Nachkomme des ersten Dorfschulzen Hansen Körner. Als letzte verwandte Trägerin dieses Namens verstarb am 20.11.2002 Frau Ilse Körner.

Weitere Nachfahren der ersten 13 Siedler (Amtsbuch von 1668) sind die Ange- hörigen der Familie Wehrhahn und Eisfeld. 1690 lebten schon 23 Siedler in Siptenfelde.
Darunter die Vorfahren der Familien Brehme, Hartung, Zehnpfund, Eißfeld, Lumme und Günther. Das Wachstum von Siptenfelde in Abschnitten kurz zusammen gefasst:
1668 13 Siedler
1690 23 Siedler
1735 73 Siedler
1795 82 Siedler
1830 93 Häuser und 499 Einwohner
1870 117 Häuser und 606 Einwohner
1900 127 Häuser und 642 Einwohner
1916 161 Häuser und 692 Einwohner
1935 670 Einwohner
1955 860 Einwohner
2010 580 Einwohner


Quelle:
Ev. Kirchengemeinde Siptenfelde-Silberhütte

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